Butterzarte Rumpsteaks auf Mallorca - sind (leider) Mangelware


Im August 2010 haben meine Frau und ich uns ein sehr schönes und etwas  vom Massentourismus, abgelegenes Ferienhaus in Bahia Azul angemietet, um ein paar Tage abzuspannen und einfach mal die Ruhe zu genießen.

So ganz ohne Arbeiten geht es ja selbst im Urlaub nicht, zumindest bei uns nicht und da zufällig ein befreundetes Geschäftsehepaar zur gleichen Zeit auf der Insel war, haben wir es uns nicht nehmen lassen, die Beiden zu einem gemütlichen Abendessen auf unserer Terrasse einzuladen.

Da wir wußten, dass unsere Gäste absolute „Steakfans“ sind, war für uns Hobbyköche klar, was es nun an dem besagten Grillabend auf unserer Terrasse zu essen gibt. Voller Enthusiasmus sind meine Frau und ich zwei Tage vor dem grossen Abendessen in den wohl größten Supermarkt Mallorca gefahren und haben uns dort von dem fachkundigen Fleischverkäufer beraten lassen und die teuersten Steaks gekauft, welche der Supermarkt zu bieten hatte. Ich persönlich fand den Preis einfach exorbitant hoch, aber es sollte der Sache dienen.

Einen Abend zuvor marinierten meine Frau und ich die Steaks mit viel Knoblauch, Rosmarin in dem besten mallorquinischen Olivenöl, damit sie auch wohlig duftend durchziehen können und hinterher auch besonders zart sein werden. Da der gesamte Abend mallorquinisch ausgerichtet werden sollte, gab es als Vorspeise die, für Mallorca berühmten Schnecken „Caracoles“, dazu leckeres Brot (span. Pan) mit viel selbstgemachter Aioli und als Dessert, falls jemand dann noch Appetitt hat, eine köstliche Ensaimada gefüllt mit Vanillepudding und Kürbismarmelade.

An dem besagtem Abend haben wir uns in unserem angemieteten Ferienhaus getroffen und erst mal auf der Dachterrasse einem Apperitiv getrunken und dabei die schöne Aussicht und das Ambiente genossen, bevor es dann zum eigentlichen Abendessen über ging.

Als einen „kleinen Gruß aus der Küche“ haben wir dann vorab einen Snack gereicht, welcher aus einem gerösteten Brot bestrichen mit Sobrassada bestand. Im Hauptgang, gab es natürlich, wie könnte es auch anders sein, unsere berühmten Rumpsteaks, welche wir wirklich vorab mit viel Liebe zubereitet hatten. Es ist ohne Zweifel, dass meine Frau und ich hier mit diesem festlichen Mahl Punkten wollten, aber es kam leider anders, als wir gedacht haben.

Die Steaks, welche wir wunderbar auf unserem offenen Grill im Garten medium gegrillt hatten, waren zäh wie eine alte Schuhsohle. Ehrlich gesagt, meine Frau und ich haben die Welt nicht mehr verstanden, wie „das“ passieren konnte und wir haben uns echt ein bißchen geschämt, für dieses katastrophale Ergebnis. Nichts-desto-trotz, gab es zu dem Essen noch ein paar leckere Beilagen, ein wenig guten Vino Tinto. Wir haben uns alle sehr prächtig amüsiert und dies nicht nur wegen den harten Steaks.

Was wir natürlich an dieser Stelle nicht wussten war, dass unsere Besucher absolute „Mallorca-Experten“ sind, sprich sie kennen fast jeden Winkel der Insel, sind bestens vertraut, wo man auf dieser wunderschönen Insel die schönsten Strände, Yachthäfen und Orte bereisen kann.

Nun stellt sich aber immer noch die Frage, warum waren unseren „Rumpsteaks“ so bockelhart? Die positive Nachricht war, es lag nicht an uns, sondern an dem auf Mallorca grundsätzlich nicht richtig abgehangenen Rindfleisch, so wie wir es bei uns kennen.

Kurzum, hätten wir doch einfach ein typisch mallorquinisches Spanferkel (span. Lenchona) serviert, dann wäre uns dieses Missgeschick nicht passiert.


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