Spanferkel aus dem Ofen – ein Hauch Zitrone gehört dazu


Ein Stück „Lechona“ gefällig?

Der Duft von Spanferkelstücken zieht vom Holzkohlegrill, wo das kleine Schwein unermüdlich seine Runden dreht, bis ins Restaurant. Mit rund 15 Euro ist man pro Person dabei, um eines der traditionellen Gerichte Mallorcas in schickem Ambiente zu genießen. Kein Problem, das lechona selber in den Ofen zu schieben. Die Zitrone spielt dabei eine nicht geringe Rolle und macht das Fleisch keinesfalls sauer.

Spanferkel gehört auf Mallorca an die Fleischtheke wie Hähnchen oder Rind. Und es wird, wie alle anderen Gerichte auch, mit großer Liebe zubereitet. Vor allem samstags oder sonntags vormittags, bevor sich Kinder und tios und tias, Onkel und Tanten, gemeinsam mit dem arbuelo  und der arbuela, Großvater und Großmutter, zum Speisen an einen langen Tisch setzen. Ist das Spanferkel erst einmal in mundgerechte Stücke geschnitten worden vom Fleischer seines Vertrauens, geht es an die recht einfache Zubereitung, an deren Ende ein rustikales und schmackhaftes Mahl steht.

Also: Das Fleisch auf ein Backblech oder in eine feuerfeste Form geben, mit Salz und Pfeffer würzen, Saft von zwei Zitronen darüber geben sowie Zitronenstücke dazwischen legen. Damit das Aroma der Zitrone gut in das Fleisch einziehen kann, bereiten viele es schon einen Tag vorher zu und lassen das Spanferkel über Nacht im Kühlschrank „ziehen“.  Am nächsten Tag kommen ein paar Stückchen Schweineschmalz dazwischen sowie ein paar Rosmarinzweige. Da die Mallorquiner ihre Gewürze wirklich ehren, bauen sie sie im Garten an.

Gut zwei Stunden, bevor die Familie sich einfindet, wird das Fleisch in den Ofen geschoben und gart dort bei rund 180 Grad erst einmal eine Stunde. Danach – bitte liebevoll – mit einem Schuss Whisky oder Cognac begießen. Der rundet das Aroma ab. Alternativ zum Schüsschen Schnapps kann es auch mit etwas Bier bestrichen werden, um die Kruste knusprig zu machen.

Sobald der Alkohol mit auf das Backblech kommt, ist es Zeit, die Beilage vorzubereiten. Kartoffeln werden dazu in kleine Würfel geschnitten und in reichlich Olivenöl frittiert. Sie werden, sobald das Fleisch zart ist, über das Spanferkel gegeben. Die Mallorquiner essen so gegen 14 Uhr, in aller Ruhe. Tio und tia sind dann längst schon da und freuen sich auf das Mittagessen mit der Familie. Und es soll mal einer sagen, dass lechona nicht auch abends köstlich schmecken kann.


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